Kaufmännischer Charakter

Dieser Blog basiert auf dem von HPRühl® entwickelten System zur Erklärung der doppelten Buchführung, bei dem die T-Konten der Buchhaltung auf die vier wesentlichen Bilanzbereiche Anlagevermögen (AV), Umlaufvermögen (UV), Eigenkapital (EK) und Fremdkapital (FK) reduziert, der Buchungssatz mit Soll und Haben an diesem reduzierten Schaubild erläutert und ergänzend die Auswirkungen auf Liquidität und Erfolg dargestellt werden.

Der “kaufmännische Charakter von Geschäftsvorfällen” ist eine von Hans Peter Rühl eingeführte Begrifflichkeit. Er umfasst die wichtigsten kaufmännischen Auswirkungen, die ein Geschäftsvorfall in einer Unternehmung hat: Ob er den Gewinn verändert (Erfolgswirkung), die Zahlungsfähigkeit beeinflusst (Liquiditätswirkung) und inwiefern sich die Struktur der Bilanz verändert.

Der kaufmännische Charakter im Einzelnen

Der “kaufmännische Charakter” beschreibt also die für die Unternehmensführung wichtigen Eigenschaften eines Geschäftsvorfalls: Erfolgswirkung, Liquiditätswirkung, Bilanzwirkung. Wichtig dabei: Es geht um die rein betriebswirtschaftliche Auswirkung von Geschäftsvorfällen ohne Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften.

Beispiel: Besitzt ein Unternehmen eine Maschine, so wird diese im Lauf der Zeit weniger wert, einfach weil sie älter wird und sich abnutzt. Diesen Wertverlust nennt man eine Abschreibung. Sie senkt den Gewinn und muss zur korrekten Darstellung der Unternehmenssituation erfasst werden. Am Jahresende sehen die Eigentümer, dass der Maschinenpark einen Wertverlust erlitten hat.

Allerdings: Geld ist dabei nicht aus der Unternehmung abgeflossen, die Abschreibung erfasst den nur Wertverlust, denn vom Bankkonto oder aus der Kasse ist kein Geld abgeflossen. Damit ist eine Erfolgswirkung gegeben (der Gewinn ist geringer), aber keine Liquiditätswirkung (es ist kein Geld abgeflossen) und die Bilanzsumme reduziert sich (weniger Aktivwerte in Form von Maschinen, weniger Eigenkapital durch die Gewinnminderung).

Das ist der “kaufmännische Charakter” der Abschreibung. Ob und in welcher Höhe der Gesetzgeber eine Abschreibung erklaubt oder auch nicht, ist für den kaufmännischen Charakter des Geschäftsvorfalls im Grundsatz unerheblich.

HPRühl® betrachtet unter dem Motto “Rechnungswesen für Entscheider!” alle Geschäftsvorfälle immer rein betriebswirtschaftlich und unabhängig von den gesetzlichen Regelungen, die in einem Land oder zu einem Zeitpunkt gelten.

Damit wird das kaufmännische Verständnis vermittelt, das Entscheider benötigen. Dieses Grundverständnis ist  gleichzeitig Voraussetzung, um in einem späteren Schritt auch die Gesetze und deren Auswirkung zu verstehen.

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