Die BWA 005: Vergleich BWA und GuV

16 Juli 2018
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Vergleich der beiden Auswertungen

Im vorigen Blogpost wurden die Gemeinsamkeiten besprochen. Interessant wird es bei den Unterschieden, beim  Vergleich von BWA und GuV: Warum gibt es zwei ähnliche Auswertungen?

Gesetzliche Regelung

Der Vergleich BWA und GuV zeigt, dass die Gewinn- und Verlustrechnung gesetzlich geregelt ist, die Betriebswirtschaftliche Auswertung aber nicht. Streng genommen gibt es in der doppelten Buchführung keine Betriebswirtschaftliche Auswertung, sie ist in keinem Gesetzestext verankert, sie wird nirgends vorgeschrieben. Deshalb ist die BWA eine freiwillige Dienstleistung Ihrer Buchhaltung oder Steuerberatung.

In der Buchhaltung hingegen ist gesetzlich genau definiert, welche Geschäftsvorfälle überhaupt als Aufwand oder Ertrag gebucht werden dürfen. Damit ist auch vorgegeben, welche Werte in der GuV erscheinen dürfen.

In der BWA hingegen orientiert man sich zunächst an den gesetzlichen Regeln, weicht aber davon ab, wenn man aus Gründen einer betriebswirtschaftlich besseren Information weitere Sachverhalte oder andere Darstellungen ausweisen möchte.

Kalkulatorische Ansätze

Die Buchhaltung verbietet gewisse ansonsten erfolgswirksame Buchungen (erfolgswirksam sind alle Geschäftsvorfälle, die Gewinn oder Verlust beeinflussen). In Einzelfirmen zum Beispiel darf das Gehalt des Eigentümers oder der Eigentümerin nicht als Aufwand gebucht werden, so wie man das Geschäftsführungsgehalt von Angestellten gewinnmindernd bucht. Die monatlichen Zahlungen, die sich Selbstständige zugestehen, gelten gesetzlich als Entnahme, nicht als Gehalt, und sind somit nicht gewinnmindernd.

Damit wird das Unternehmensergebnis zu gut ausgewiesen (es fehlen die Aufwendungen, die eine Geschäftsführung durch ihr Gehalt normalerweise verursacht). Denn die verbrauchte Arbeitszeit, die Selbstständige aufbringen müssen und die sie auch gegen Gehalt einem anderen Unternehmen zur Verfügung stellen könnten, hat einen Wert. Sie erscheint aber nicht als Aufwand in der GuV-Rechnung.

Betriebswirtschaftlich hingegen wäre es korrekt und sinnvoll, die Arbeitszeit der Selbstständigen als Aufwand zu buchen. Sie verzichten auf Einkommen, das sie in einem Angestelltenverhältnis in der gleichen Zeit erzielen könnten. Deshalb kann man diesen errechneten und angenommenen (“kalkulatorischen”) Aufwand in der BWA gewinnmindernd buchen und dort damit ein niedrigeres, realistischeres Ergebnis ausweisen, als in der GuV.

Abweichende Zwischenergebnisse

Auch die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung  ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie bestimmt, was an welcher Stelle zu stehen hat und wie die Zwischenergebnisse zu heißen haben. Typische Zwischenergebnisse sind   das “Bruttoergebnis vom Umsatz” oder “Ergebnis nach Steuern”.

In der BWA nutzt man teils gleiche Zwischenergebnisse, etwa das “Ergebnis vor Steuern”, teils andere wie den “Rohertrag”. Diese anderen Zwischenergebnisse in der BWA sind dem Anspruch geschuldet, möglichst betriebswirtschaftlich interessante Aussagen zur Unternehmensführung zu erhalten. Der Anspruch der GuV hingegen ist es, außenstehenden Dritten wie Gläubigern oder Investoren standardisierte und somit vergleichbare Zahlen bereitzustellen.

Zudem sollen die gesetzlich strengen Vorgaben zur GuV dafür sorgen, dass korrekt gebucht wird und die  Adressaten der Auswertungen keine verfälschten Zahlen erhalten. Das heißt natürlich nicht, dass dann in der BWA verfälschte Zahlen im Sinne eines nicht legitimen Ausweises enthalten sind. Die BWA kann aber die erwähnten kalkulatorischen Aufwendungen und andere Extras berücksichtigen.

Der Vergleich BWA und GuV zeigt deshalb manchmal unterschiedliche Ergebnisse.

 

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