Forderungsausgleich durch den Kunden - Buchungssatz 044

23 Oktober 2015
23 Oktober 2015, Diskussion: Kommentare deaktiviert für Forderungsausgleich durch den Kunden – Buchungssatz 044
Dieser Blog basiert auf dem von HPRühl® entwickelten Begriff “kaufmännischer Charakter von Geschäftsvorfällen” im Rechnungswesen. Mehr dazu.
Darstellung der Buchung "Umlaufvermögen an Umlaufvermögen" mit einem Pfeil innerhalb einer Bilanzstruktur mit 4 T-Konten. Beispiel: Forderungsausgleich in bar

Forderungsausgleich in bar

 

 

Geschäftsvorfall: Forderungsausgleich durch den Kunden nach dreißig Tagen in bar.

Da freut man sich: Kunden, die pünktlich zahlen, zudem mit dem liquidesten aller Mittel, dem Bargeld. Aber wie wird das gebucht?

Der Forderungsausgleich ist kein Wertzuwachs, kein Ertrag, obwohl dem Unternehmen Geld zufließt. Die beiden Gründe dafür: Erstens wurde ein Wertzuwachs schon beim Einbuchen der Forderung erfasst, würde man den Zahlungseingang nochmals als Ertrag buchen, wäre der Vorfall zweimal gewinnwirksam im System, und zweitens erhält man beim Forderungsausgleich zwar Geld, aber gleichzeitig reduziert sich der Vermögenswert “Forderungen” des Umlaufvermögens – denn dieser verringert sich jetzt durch die Zahlung.

Bilanzwirkung beim Forderungsausgleich

Somit steigt das Umlaufvermögen im Soll auf dem Konto Kasse, denn dort geht das Geld ein, aber gleichzeitig verringert sich das Umlaufvermögen wieder durch den Abgang auf dem Konto Forderungen im Haben. Erneut ist dies ein schönes Beispiel dafür, wie Erfolg (bei der ursprünglichen Buchung der Umsatzerlöse) und Liquidität (jetzt beim Forderungsausgleich) auseinanderfallen können.

Erfolgswirkung beim Forderungsausgleich

Der Forderungsausgleich ist erfolgsneutral, dem Wertzuwachs “Geld” steht ein Wertabfluss aus “Forderungen” gegenüber. In der Ergebnisplanung, die sich nur für Gewinn oder Verlust interessiert, war die betriebswirtschaftliche Wirkung daher schon bei der ursprünglichen Buchung der Forderung eingetreten.

Liquiditätswirkung beim Forderungsausgleich

Dieser Geschäftsvorfall ist in voller Höhe liquiditätswirksam, und damit ein schönes Beispiel für die vielen Geschäftsvorfälle in der doppelten Buchführung, bei denen Erfolgs- und Liquiditätswirkung zeitlich auseinanderfallen. Entsprechend müssen Forderungen gesondert betrachtet werden, denn sie haben je nach Fälligkeit einen erheblichen Einfluss auf die Liquiditätsplanung.


Kaufmännischer Charakter des Forderungsausgleich:
Umlaufvermögen (Kasse) an Umlaufvermögen (Forderungen) mit Liquiditäts-, aber ohne Erfolgswirkung.


Die Grundlagen der doppelten Buchführung mit dem von HPRühl® entwickelten “kaufmännischen Charakter von Geschäftsvorfällen” lernen Sie schnell und verständlich mit der iPhone App BuchenLernen, dem Grundlagenpodcast Rechnungswesen oder der “App als Buch!“.
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