Zinsertrag als neutrales Ergebnis - Buchungssatz 052

10 Dezember 2015
10 Dezember 2015, Diskussion: 0
Dieser Blog basiert auf dem von HPRühl® entwickelten Begriff „kaufmännischer Charakter von Geschäftsvorfällen“ im Rechnungswesen. Mehr dazu.
Darstellung der Buchung "Umlaufvermögen an Eigenkapital" mit einem Pfeil innerhalb einer Bilanzstruktur mit 4 T-Konten.  Beispiel: Zinsertrag

Zinsertrag

Geschäftsvorfall: Der Zinsertrag für das Festgeld wird dem Unternehmen überwiesen

Keineswegs müssen Unternehmen immer nur Zinsen zahlen, oft erwirtschaften sie auch selbst einen Zinsertrag, der das Eigenkapital erhöht. Wie alle Erträge, ob Umsatzerlöse, Wertzuschreibungen, Bestandserhöhungen oder andere Ertragsarten, erhöht auch der Zinsertrag den Gewinn, der somit dem Eigenkapital zugeschrieben wird.

Gleichzeitig steigt das Bankkonto, wenn die Bank den Zinsertrag überweist.

Bilanzauswirkung bei einem Zinsertrag

Das Umlaufvermögen steigt auf seiner linken Seite im Soll (Konto Bank) und das Eigenkapital steigt ebenfalls, jedoch auf seiner rechten Seite im Haben (Konto Zinserträge).

Es handelt sich um eine Bilanzverlängerung. Die Bilanzsumme wird größer, weil sowohl ein Konto der Aktivseite, also auch eines der Passivseite im Wert steigt.

Erfolgswirkung bei einem Zinsertrag

Zinserträge steigern den Gewinn. Bei der späteren Unternehmensanalyse, etwa in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV-Rechnung) oder der Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA), werden der Zinsertrag jedoch separat von den anderen üblichen Ertragsarten wie Umsatzerlöse oder Bestandsveränderungen ausgewiesen, weil sich nichts mit der eigentlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens zu tun haben (wenn es nicht gerade ein Geldinstitut ist).

Ein Zinsertrag gilt als ein neutraler Ertrag, als eine Verbesserung des Ergebnisses also, die nichts mit dem eigentlichen Geschäftszweck der Firma, dem operativen Ergebnis, zu tun hat.

Liquiditätswirkung bei einem Zinsertrag

Das Unternehmen erhält einen Liquiditätszuwachs. Es gibt Unternehmen, die etwas ironisch als „Bank mit Fachabteilung“ bezeichnet werden, weil sie eine sehr hohen Bestand an Liquidität haben und daher, gute Zinslage vorausgesetzt, erhebliche Erträge darüber generieren können.


Kaufmännischer Charakter bei einem Zinsertrag:
Umlaufvermögen (Bank) an Eigenkapital (Zinsertrag) mit Liquiditäts- und Erfolgswirkung.


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